YOGA LEBEN

Eine Ispiration für den Weg nach innen

IN EINER GROSSEN TRADITION

 

Mit Achtung und Dankbarkeit verneigen wir uns vor den großen Meisterinnen und Meistern der Yoga-Tradition und vor den überlieferten Schriften und Lehren, die diesen Weg über viele Generationen bewahrt und weitergetragen haben.

 

Wir verstehen uns als ein kleines Bindeglied in dieser langen Tradition und freuen uns, ihre Philosophie, Werte und praktischen Wege auch an kommende Generationen weitergeben zu dürfen.

 

Die folgenden Seiten können nur einen kleinen Einblick in die Vielfalt und Tiefe des Yoga geben. Sie erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Vielmehr möchten wir zentrale Gedanken des achtgliedrigen Yogaweges in einer verständlichen und lebensnahen Form vermitteln – und zeigen, dass Yoga weit mehr ist als die Übung des Körpers.

 

Yoga ist ein Weg, der seit Generationen weitergegeben wird.

Wir dürfen ihn ein Stück gehen – und ein Stück weitertragen.

 

YOGA – Ein Weg, der zu dir passen darf.

 

Yoga kann vieles sein: sanfte Bewegung oder kraftvolle Praxis, bewusste Auszeit, Schulung der Wahrnehmung, Lebensphilosophie oder ein Weg zu mehr innerer Ruhe.

So unterschiedlich die Menschen sind, so unterschiedlich darf auch ihre Yogapraxis sein. Es braucht weder besondere Beweglichkeit noch Vorerfahrung – Yoga kann in jedem Alter und in vielen Lebensphasen begonnen und den eigenen Möglichkeiten angepasst werden.

 

Regelmäßiges Üben lädt dazu ein, den Körper bewusster wahrzunehmen, den Atem zu vertiefen und dem Geist immer wieder Momente der Ruhe zu schenken. Und vielleicht liegt gerade darin etwas besonders Wertvolles: mitten im Alltag wieder ein Stück näher bei sich selbst anzukommen.

 

Der achtgliedrige Pfad nach Patanjali beschreibt einen Weg, der den Menschen in seiner Ganzheit umfasst – in seinem Umgang mit der Welt, mit sich selbst, mit Körper, Atem, Sinnen und Geist. Seine acht Glieder sind nicht als starre Abfolge zu verstehen. Jedes von ihnen kann eine Tür zum Yoga öffnen.

 

Im Hatha Yoga beginnen wir vor allem mit der Erfahrung über den Körper. Doch Yoga reicht weit über die Asanas hinaus. Schritt für Schritt begegnen uns Atem, Wahrnehmung, Konzentration und Meditation – und damit ein Weg zu mehr innerer Ruhe, Klarheit und Freiheit. 

„Reinheit ist nicht nur eine Frage der äußeren Sauberkeit, sondern auch eine innere Haltung.“
In Anlehnung an Yoga Sutra II.32

Ashtanga Marga – der achtgliedrige Pfad

Ein praktischer Weg zur inneren Freiheit

Yoga als Weg verstehen

 

Der achtgliedrige Yogaweg bietet eine hilfreiche Orientierung, um die Vielfalt des Yoga besser zu verstehen. Er zeigt, dass Yoga weit über die körperliche Praxis hinausreicht und auch unseren Umgang mit uns selbst und anderen, den Atem, die Sinne, die Konzentration und die Meditation einbezieht.

 

Die verschiedenen Yoga-Traditionen und überlieferten Schriften setzen dabei unterschiedliche Schwerpunkte und beschreiben einzelne Schritte auf ihre eigene Weise. Gemeinsam ist ihnen die Ausrichtung auf einen Weg, der zunehmend von außen nach innen führt.

 

Auf den folgenden Seiten möchten wir diesen Weg in einer verständlichen und lebensnahen Form vorstellen – nicht als vollständige Lehre, sondern als Einladung, Yoga in seiner Vielfalt und Tiefe kennenzulernen. 

1. Yama – Wie begegne ich der Welt?

Die Yamas beschreiben fünf grundlegende Haltungen für einen bewussten und rücksichtsvollen Umgang mit unserer Umwelt:

 

Ahimsa – Gewaltlosigkeit
Satya – Wahrhaftigkeit
Asteya – Nicht-Stehlen
Brahmacharya – Maßhalten
Aparigraha – Nicht-Horten

2. Niyama – Wie begegne ich mir selbst?

Die Niyamas beschreiben fünf grundlegende Haltungen für einen bewussten Umgang mit uns selbst.

 

Saucha - Reinheit
Santosha - Zufriedenheit
Tapas - Selbstdiziplin
Svadhyaya - Selbstudium. Rrefexion
Ishvara Pranidhana - Vertrauen in eine höhere Kraft

Ahimsa – Gewaltlosigkeit

Ahimsa geht weit über körperliche Gewaltlosigkeit hinaus. Es lädt uns ein, auch unsere Worte, Gedanken und Handlungen bewusst wahrzunehmen und Destruktives möglichst zu vermeiden.

 

Im Mittelpunkt steht eine tiefe Sensibilität gegenüber allem Lebendigen – und die Frage:

 

Wie kann ich handeln, ohne unnötig zu verletzen oder Schaden zuzufügen?

Saucha – Reinheit

Saucha bedeutet Reinheit auf körperlicher und geistiger Ebene.

 

Dazu gehören die bewusste Pflege und Ernährung des Körpers, die regelmäßige Yogapraxis und ein achtsamer Umgang mit unserer Umgebung.

 

Gleichzeitig lädt Saucha dazu ein, auch unsere Gedanken bewusst wahrzunehmen und von Klarheit und Rücksichtnahme leiten zu lassen.

Satya – Wahrhaftigkeit

Satya bedeutet, authentisch und wahrhaftig zu sein – in dem, was wir denken, sagen und tun.

 

Dabei zählt nicht nur, was wir sagen, sondern auch wie wir es sagen.

 

Wahrhaftigkeit verbindet Klarheit mit Rücksicht und achtet darauf, andere nicht unnötig zu verletzen.

Santosha – Zufriedenheit

Santosha bedeutet, mit dem, was ist und was wir sind, in Frieden zu sein – unabhängig von Besitz, Fähigkeiten oder äußeren Umständen.

 

Es bedeutet nicht, auf Entwicklung zu verzichten. Vielmehr lädt Santosha dazu ein, zu wachsen und zu lernen, ohne das eigene Glück ständig von äußeren Bedingungen abhängig zu machen.

Asteya – Nicht-Stehlen

Asteya bedeutet, nichts zu nehmen, was uns nicht gehört.

 

Dabei geht es nicht nur um materielle Dinge, sondern auch um Ideen, Leistungen und Vertrauen.

 

Es erinnert uns daran, das Eigentum und die Grenzen anderer zu achten und uns nicht mit dem zu schmücken, was ein anderer geschaffen hat.

Tapas – Selbstdisziplin und inneres Feuer

Tapas beschreibt die innere Kraft und Entschlossenheit, die uns auf unserem Weg weitergehen lässt. 

 

Ein brennendes inneres Verlangen schenkt uns Ausdauer und Durchhaltevermögen – auch dann, wenn etwas Anstrengung erfordert.

 

Tapas bedeutet, dranzubleiben und die eigene Entwicklung bewusst zu fördern.

Brahmacharya – Maßhalten

Brahmacharya bedeutet, das richtige Maß zu finden und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Übermaß, Abhängigkeiten und Extreme können unser Denken und Handeln bestimmen.

 

Brahmacharya lädt uns ein, bewusst mit unseren Kräften umzugehen, uns unseren Leidenschaften nicht auszuliefern und dadurch innere Freiheit zu bewahren.

 

Svadhyaya – Selbststudium und Selbstreflexion

Svadhyaya bedeutet traditionell das Studium der alten Schriften auf dem Weg zur Selbsterkenntnis. Zugleich lädt es uns ein, uns selbst und unser Verhalten aufmerksam zu beobachten und zu reflektieren.

 

Was bewegt mich? Welche Muster bestimmen mein Handeln? Und was kann ich daraus über mich selbst erkennen?

Aparigraha – Nicht-Horten

Aparigraha lädt uns ein, bewusst zu hinterfragen, was und wie viel wir wirklich brauchen.

 

Das bezieht sich auf das Materielle ebenso wie auf die Anerkennung, Aufmerksamkeit oder Bestätigung.

 

Es bedeutet, sich von übermäßigen Erwartungen und Ansprüchen zu lösen, den eigenen Wert zu erkennen und nicht vom Haben abhängig zu machen.

 

Ishvara Pranidhana – Vertrauen in eine höhere Kraft

Ishvara Pranidhana bedeutet, die eigenen Grenzen anzuerkennen und loszulassen, was nicht in unserer Macht liegt. Ob wir darin die Hingabe an das Göttliche, das Vertrauen in eine höhere Kraft oder ein tiefes Grundvertrauen in das Leben sehen, darf jeder Mensch für sich selbst erfahren.

 

Wir gehen unseren Weg weiter – in kleinen Schritten, ohne uns zu überfordern und ohne uns von Rückschlägen entmutigen zu lassen.

 Die eigenen Grenzen anzuerkennen bedeutet nicht aufzugeben. 

Manchmal bedeutet es, einen anderen Weg zu wählen.

 

 Üben · Erkennen · Vertrauen - Tapas · Svadhyaya · Ishvara Pranidhana - nach Yoga Sutra II.1

3. Āsanas - atha asanam

 Nun folgt Āsanas.

Im Hatha Yoga wird Āsana zuerst gelehrt.

 

Āsana – die Körperhaltungen des Yoga

Wenn wir Asanas üben, stehen wir in einer alten und lebendigen Yogatradition, deren Erfahrungen und Wissen über viele Generationen von Lehrenden an ihre Schüler weitergegeben wurden. Auch heute dürfen wir uns als Teil dieses Weges verstehen und aus einem reichen Erfahrungsschatz schöpfen. Die bewusste Praxis der Körperstellungen bildet eine wesentliche Grundlage des Übungsweges und bereitet Körper und Geist auf die weiteren Stufen des Yoga vor. Ursprünglich bezeichnet Asana das Sitzen oder Verweilen in einer Haltung. Im Laufe der Entwicklung des Hatha Yoga entstand daraus eine vielfältige Körperpraxis. Dabei geht es nicht darum, eine Haltung möglichst spektakulär auszuführen, sondern Stabilität, Leichtigkeit und eine immer feinere Wahrnehmung von Körper, Atem und Geist zu entwickeln.

 

Die Hatha Yoga Pradipika beschreibt drei wesentliche Wirkungen der Asana-Praxis:

Gesundheit · Festigkeit und Beständigkeit · Leichtigkeit des Körpers

 

Gesundheit

Die regelmäßige Asana-Praxis unterstützt uns dabei, den Körper bewusst wahrzunehmen, zu kräftigen und beweglich zu erhalten. Sie schafft eine körperliche Grundlage, auf der sich die weiteren Übungen des Yoga entfalten können.

 

Festigkeit, Beständigkeit und Gemütsruhe

Asana bedeutet nicht nur Beweglichkeit. Eine Haltung einzunehmen, in ihr zu verweilen und dabei ruhig zu bleiben, entwickelt Stabilität, Ausdauer und innere Sammlung.

 

Leichtigkeit des Körpers

Mit zunehmender Übung können Bewegungen freier und Haltungen müheloser werden. Kraft und Beweglichkeit verbinden sich mit Leichtigkeit – der Körper wird nicht überwunden, sondern immer bewusster erfahren.

Die Asana-Praxis schenkt dem Körper Gesundheit, Festigkeit und Leichtigkeit.

Arogya – Gesundheit

 

Gesundheit ist mehr als die Abwesenheit von Krankheit. Salutogenese beschreibt die Frage, was Menschen dabei unterstützt, Gesundheit und Wohlbefinden zu erhalten und immer wieder ein inneres Gleichgewicht zu finden. Resilienz bezeichnet dabei die Fähigkeit, mit Belastungen und Veränderungen umzugehen und sich an neue Anforderungen anzupassen.

 

Die regelmäßige Yoga-Praxis kann diese Prozesse begleiten. Körperübungen, bewusste Atmung, Entspannung und Meditation fördern die Wahrnehmung des eigenen Körpers und können zu körperlichem und geistigem Wohlbefinden beitragen.

Gerade deshalb beginnt Hatha Yoga für Anfängerinnen und Anfänger sanft und achtsam. Zunächst geht es darum, den eigenen Körper wieder bewusster wahrzunehmen, Spannungen zu erkennen und die persönlichen Grenzen kennenzulernen. Mit kontinuierlichem Üben können sich nach und nach Beweglichkeit, Kraft, Stabilität und Körpergefühl entwickeln.

 

Sanftes, bewusstes Üben ist der erste Schritt zu Arogya. „Hatha Yoga sanft – beweglicher mit Yoga“.

Yoga beginnt dort, wo wir aufhören, uns mit anderen zu vergleichen, 

und beginnen, unseren eigenen Weg zu üben.

Sthairya – Festigkeit, Beständigkeit und Gemütsruhe

 

Wenn sich Körpergefühl, Entspannung und ein achtsames Üben entwickelt haben, kann die Asana-Praxis allmählich vertieft werden. Haltungen können länger gehalten und – den eigenen Möglichkeiten entsprechend – anspruchsvoller werden.

 

Sthairya beschreibt Festigkeit, Stabilität und Beständigkeit. Dabei geht es nicht nur um die Kraft des Körpers. Durch kontinuierliches Üben entwickeln sich auch Ausdauer, Konzentration und innere Standhaftigkeit.

 

Beständigkeit bedeutet, einen Entschluss zu fassen und ihm treu zu bleiben. So kann aus der äußeren Stabilität einer Asana zunehmend eine innere Stabilität und Gemütsruhe entstehen.

 

Der Körper wird ruhiger, der Atem gleichmäßiger und der Geist kann sich sammeln. Festigkeit bedeutet dabei niemals Starrheit – eine Asana darf zugleich stabil und angenehm sein.

 

„Sthira sukham asanam“ – die Haltung ist fest und zugleich angenehm. Yoga Sutra II.46

 

Ein Mensch, der Asanas richtig übt, kann auch durch extreme äußere Einflüsse  nicht aus dem Gleichgewicht gebracht werden. Yoga Sutra II.48

 Eine weitere Wirkung der Asana-Praxis ist Anga-Laghava –

die Leichtigkeit des Körpers oder Leichtgliedrigkeit.

Anga-Laghava – Leichtigkeit des Körpers

 

Nach einer ausgewogenen Yogapraxis erleben viele Menschen ein Gefühl von Leichtigkeit, Ruhe und innerer Weite. Der Körper wurde bewegt und gekräftigt – und darf anschließend wieder loslassen.

 

Mit zunehmender Erfahrung verändert sich auch die Art des Übens. Asanas können länger gehalten und mit bewusster Atmung, Konzentration und Prana-Lenkung verbunden werden. Die Wahrnehmung wird feiner und die äußere Körperhaltung zunehmend zu einer inneren Erfahrung.

 

In der Yogatradition wird diese Qualität mit Sattva verbunden – mit Klarheit, Harmonie und Leichtigkeit. Dabei geht es nicht nur um die Zeit auf der Yogamatte, sondern auch um einen bewussten Lebensstil und darum, womit wir Körper, Geist und Sinne nähren.

 

Aus körperlicher Bewegung entsteht Wahrnehmung – aus Wahrnehmung kann innere Leichtigkeit wachsen.

Arogya

Sanftes und entspanntes Üben
→ Körperwahrnehmung, Beweglichkeit und Wohlbefinden

Sthairya  

Beständigeres und intensiveres Üben
→ Kraft, Stabilität, Festigkeit, Ausdauer und Gemütsruhe

Anga-Laghava

Vertiefte Praxis, längeres Halten und Konzentration
→ Leichtigkeit, feinere Wahrnehmung und innere Sammlung

Yoga beginnt im Körper – aber es endet nicht dort.

 

4. Pranayama

 Atembewusstsein · Atemführung · Lenkung der Lebensenergie

Pranayama bedeutet die bewusste Lenkung des Atems. Eine ruhig geführte Atmung unterstützt Körper und Geist dabei, zur Ruhe zu kommen und die Lebensenergie bewusst zu leiten.

Pranayama – Lenkung der Lebensenergie

 

Der Atem als Brücke zwischen Körper und Geist

So wie unser innerer Zustand den Atem beeinflusst, kann umgekehrt auch die bewusste Atemführung auf unser Erleben wirken. Pranayama bildet deshalb einen zentralen Bestandteil der Yogapraxis. Hat ein Yogi in den Asanas (Körperstellungen) Sicherheit erlangt, so soll er "Pranayama" üben, heißt es im ältesten Hathayoga-Lehrtext. 

 

Die Besonderheit der Atemübungen des Hatha-Yoga sind die Beziehung zum Gesamtsystem, im speziellen die Verflechtung zu den Teilen der Körperreinigung, Körperübungen, Versiegelungen und der Meditation.

 

Prana → Atem/ Lebensenergie & Yama (Ayama) → Regulierung, Zügelung, Beherrschung

In der traditionellen Yogalehre wird der Atem eng mit Prana, der Lebensenergie, verbunden. Im yogischen Verständnis bezeichnet Prana die Lebensenergie, die alles Lebendige durchströmt. Durch bewusste Atemführung und Kumbhaka soll Prana gesammelt, bewahrt und gezielt gelenkt werden. Atem und Lebensenergie werden dabei als Bindeglied zwischen Körper und Geist verstanden.

 

Ziel von Pranayama ist es daher, den Körper mit Lebensenergie anzureichern. Um den größten Nutzen dieser Energie zu spüren, wird ihre freie Bewegung unterstützt um im Körper ungehindert zirkulieren zu können. Die Yogatradition beschreibt dafür ein feinstoffliches System von Nadis – den Energiekanälen des Körpers. Sowohl die Asanas als auch die Pranayama-Praxis dient dazu, diese Kanäle zu reinigen und dadurch die Energie im Körper zu konzentrieren und frei zu leiten.

 

Vom Atem zur inneren Ruhe

Pranayama verbindet die körperliche Praxis mit den nach innen führenden Gliedern des Yoga. Durch bewusste Atemführung und einen gleichmäßigen Rhythmus kann sich die Aufmerksamkeit sammeln und der Geist zunehmend zur Ruhe kommen.

 

Pranayama in der Praxis

Die Atembewegung wird in der Praxis bewusst geführt, reguliert und rhythmisiert.

Bereits zu Beginn lernen wir einfache Formen der Atemführung; fortgeschrittenere Techniken werden erst schrittweise aufgebaut und unter Anleitung erlernt.

 

So wird Pranayama zu einer Brücke zwischen Körper und Geist und zugleich zu einer wertvollen Vorbereitung auf Konzentration und Meditation. 

 

Wenn Pranayama regelmäßig geübt wird, verringern sich Blockaden, die eine klare Wahrnehmung verhindern. Yoga Sutra II.52

Die vier Phasen des Atems

 

In der Yogalehre wird der Atem in vier Phasen betrachtet:

Puraka – Einatmung
Antara Kumbhaka – Atemruhe nach der Einatmung
Rechaka – Ausatmung
Bahya Kumbhaka – Atemruhe nach der Ausatmung

 

 

Wenn sich der Atem verändert, verändert sich auch unsere Wahrnehmung.

Wird der Atem ruhiger, darf auch der Geist stiller werden.

Pranayama lädt uns ein, unsere Lebensenergie bewusst zu bewahren und zu lenken – für innere Beweglichkeit und Offenheit für Neues

Jung bleiben heißt, frei zu werden - für das, was noch durch uns ins Leben kommen möchte.

 MUDRAS - BANDHA - SIEGEL

Mudras und Bandhas – Siegel und Verschlüsse des Hatha Yoga

 

Neben Asanas und Pranayama gehören auch Mudras und Bandhas zur traditionellen Praxis des Hatha Yoga. Sie verbinden Körperhaltung, Atem, Konzentration und die bewusste Lenkung der Lebensenergie miteinander. Die wesentlichen Mudras im Hatha Yoga sind - Techniken um die Luft im Körper einzuschließen.

 

Bandhas - werden als körperlich-energetische Verschlüsse verstanden. Sie werden gezielt eingesetzt, um die Atem- und Pranayama-Praxis zu unterstützen und Prana nach yogischem Verständnis bewusst zu lenken.

 

Mudras – auch Siegel genannt – umfassen besondere Haltungen und Techniken, in denen Körper, Atem und Aufmerksamkeit zusammengeführt werden. Sie bilden eine Brücke von der äußeren Übung hin zu einer zunehmend feineren und nach innen gerichteten Wahrnehmung. 

Mudras und Bandhas werden schrittweise und entsprechend dem jeweiligen Übungsstand erlernt.

Einfache Formen können bereits früh in die Yogapraxis einfließen, während fortgeschrittene Techniken einer sorgfältigen Anleitung und Erfahrung bedürfen.

 

In den klassischen Lehren des Hatha Yoga dienen diese Praktiken auch der Sammlung, Bewahrung und Lenkung von Prana und der Vorbereitung auf die weiterführenden Stufen des Yoga.

Fingermudras – Gesten der Hände

Neben den klassischen Mudras des Hatha Yoga kennen verschiedene Yogatraditionen auch Hand- und Fingermudras. Dabei werden Hände und Finger in bestimmten Haltungen miteinander verbunden.

Einige begegnen uns auch ganz praktisch in der Yogastunde – etwa als Meditationsmudras oder das Vishnu Mudra bei der Wechselatmung. Sie unterstützen die Verbindung von Körperhaltung, Atem, Konzentration und innerer Ausrichtung.

Dieser Weg führt weiter …

 

Im achtgliedrigen Yogaweg führt uns der nächste Schritt zu Pratyahara – 
dem Rückzug der Sinne. 

 

Damit beginnt die bewusste Hinwendung nach innen.

 

Auf unserer nächsten Seite - MEDITATION - führt dich der Yogaweg weiter – 
von Pratyahara über Konzentration und Meditation bis hin zu Samadhi - der inneren Freiheit.